Adventstreff (diesmal nicht am Feuerkorb)

Feuer

Da der Adventstreff in diesem Jahr nicht am Feuerkorb stattfinden kann, gibt es hier im Dezember für jede Adventswoche einen kleinen Impuls zum Nachdenken:

 

Montag, 21. Dezember 2020

 

Fürchte dich nicht!

 

An vielen Stellen lachen sie uns in den letzten Wochen immer wieder entgegen. Aus Süßigkeiten-Regalen in Wohnungen und manchen Schaufenstern: Menschen mit Flügeln - weißgewandet, lockig, goldhaarig, schön, kitschig oder auch robust, aus Holz, Ton, Papier. Engel finden wir in der Advents- und Weihnachtszeit an allen möglichen Stellen ... aus Porzellan, Holz, Ton, Draht, ... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

In drei Tagen ist Weihnachten. Und auch in dem biblischen Text, in dem die Geburt Jesu beschrieben wird, spielen Engel eine große Rolle. Es ist sowohl vom Erzengel Gabriel die Rede als auch von ganzen himmlischen Heerscharen. In der Bibel sind es immer Männer, die mit einem gewissen Strahlen und einer Gelassenheit auftreten: "Fürchte dich nicht!", so lautet die Botschaft Gottes, die die Engel zu den Menschen bringen.

 

"Fürchte dich nicht!" - diese Worte tauchen immer dann auf, wenn etwas wunderbares passiert. Egal, ob bei den Hirten auf dem Felde oder bei den Frauen am leeren Grab.

 

"Fürchte dich nicht!", das ist die Zusage der Engel. Hineingesprochen in prekäre Verhältnisse oder große Lebenskrisen, scheint dieser Satz der Engel Wunder zu bewirken: Menschen fangen an, zu verstehen. Sie kommen in Bewegung, erzählen weiter. Und manchmal erhalten sie dadurch einen neuen Blickwinkel. Probleme sind auf einmal gar nicht mehr so groß, weil sie in einem größeren Zusammenhang gesehen werden können.

 

"Fürchte dich nicht!" - ein Satz, den wir uns besonders in diesem Jahr zu Herzen nehmen dürfen mitten in unsere Sorgen, Irritationen, Erschöpfungen, Traurigkeiten und Verunsicherungen hinein. Vielleicht sprechen die vielen Engel, mit denen wir uns in der Advents- und Weihnachtszeit umgeben, genau von dieser Sehnsucht nach Zuversicht und Gelassenheit.

 

"Fürchte dich nicht!" muss kein abstrakter Satz von einem Engel, an den ich glauben kann oder auch nicht, bleiben. Vielleicht können wir unseren Blick in diesen Tagen auf die konkreten "Engel" um uns herum richten; diejenigen, die mir immer mal wieder sagen "Du schaffst das!", "Ich bin für dich da!", "Das kriegen wir hin!", "Ich begleite dich!" ...

 

By the way: Auf den Höfen "engelt" es auch immer wieder ganz heftig. All diesen Engeln (ob sie nun so heißen oder nicht ;-) sei ein ganz herzliches Dankeschön gesagt!

 

"Fürchte dich nicht!" - das ist ein Grund für das Fest, das wir in dieser Woche begehen. Christen auf der ganzen Welt feiern, dass Gott Mensch geworden ist, dass er sich mutig den Herausforderungen des Menschseins gestellt hat und so zu einem Gott der Nähe und des Segens (= Gott ist mit dir!) geworden ist.

 

Euch und Ihnen allen wünsche ich daher eine gesegnete Weihnachtszeit!

Regina Soot

 

Segenswünsche

 

Möge ein Engel der Stärke hinter dir stehen,
wenn du Nein sagen musst, um dich abzugrenzen
und gut für dich selbst zu sorgen.

 

Möge der Engel der Langmut dich unterstützen,
wenn dich deine Aufgaben fordern
bis an die Grenzen deiner Belastbarkeit.

 

Möge der Engel des Humors dir Schwung geben
und dir zeigen, wie manches spielerisch leichter geht,
ohne den Ernst einer Sache zu verraten.

 

Möge der Engel der Musik dich beflügeln,
wenn du verstimmt bist und vergessen hast,
manchmal ganz einfach auf alles zu pfeifen.

 

Text: Paul Weismantel in Pfarrbriefservice.de

 

 


Montag, 14. Dezember 2020

 

Krisen - Lernzeiten für's Leben?!

 

Gestern wurde nun verkündet, was viele längst ahnten : Wieder ein Logdown ... und das auch noch über die Festtage und den Jahreswechsel. Diese Nachricht hat sicherlich sehr unterschiedliche Gefühle und Gedanken ausgelöst:

  • "Endlich, das war ja auch überfällig!",
  • Angst vor einem einsamen Weihnachtsfest,
  • Freude auf einen ruhigen Rest-Advent,
  • Wut auf die Regierung,
  • Sorge um diejenigen, die nun alleine sind,
  • Hoffnung auf Erholung,
  • Loslassen von der Angst, krank zu werden,
  • Trauer darüber, die Freunde/Familie nicht treffen zu können,
  • die drückende Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter/innen,
  • Fassungslosigkeit, dass das notwendig geworden ist,
  • Verständnislosigkeit,
  • Wut über diejenigen, die es so weit kommen lassen haben,
  • Existenzängste,
  • Angst vor den wirtschaftlichen Folgen

 

... und manch eine/r empfindet so Vieles - auch Gegensätzliches - gleichzeitig. Was uns allen gemein ist: Das Gewohnte ist weggebrochen. Wir sind aus der Bahn geworfen. Wir sind irritiert.

 

Der Soziologe Niklas Luhmann sagte einmal: "Irritationsfähigkeit ist die wesentliche Voraussetzung dafür, Neues lernen zu können." Vielleicht bietet uns diese Zeit vor dem Jahreswechsel in diesem Jahr tatsächlich eine Möglichkeit, ausführlich Rückblick zu halten; das Leben und Geschehen des letzten Jahres für sich selbst zu deuten und sich zu fragen: Was habe ich eigentlich in den letzten 12 Monaten - die so ganz anders waren - gelernt?

 

Dass wir damit jetzt vielleicht etwas früher anfangen können - bereits vor dem Weihnachtsfest - hat fast schon wieder etwas mit dem Advent zu tun. Ursprünglich war er auch eine Fasten- und Besinnungszeit. Eine Zeit, in der sich die Menschen Zeit nahmen, um auf ihren Lebensweg zu schauen und es zu deuten, das eigene Handeln zu überprüfen und zu lernen, wie durch das eigene Leben mehr Licht werden kann.

 

Euch und Ihnen allen Wünsche ich eine gute Zeit durch die dritte Adventswoche!

Regina Soot

 


Montag, 7. Dezember 2020

 

Zeiten des Wartens - wir kennen das:

 

Wir warten ..

  •     auf bessere Zeiten
  •     auf das Prüfungsergebnis
  •     auf die Diagnose
  •     auf das Öffnen des Adventskalenders
  •     auf den Anruf des Sohnes
  •     auf die nächste Mahlzeit
  •     auf einen Impfstoff
  •     auf das Wiedersehen mit guten Freunden
  •     auf den nächsten Urlaub
  •     die brennenden Lichter am Weihnachtsbaum
  •     den Besuch der Enkel
  •     auf eine Entschuldigung
  •     auf leuchtende Kinderaugen
  •     auf ruhigere Zeiten
  •     auf Normalität
  •     auf das neue iPhone
  •     auf den Schnee
  •     auf die warme Jahreszeit
  •     auf die Bahn

 

Advent - Zeit des Wartens

 

 Wir warten darauf, ...

  •     dass die Dunkelheit von Licht durchbrochen wird
  •     dass Hoffnung und Zuversicht gestärkt werden
  •     dass sich unsere Blindheiten auflösen
  •     dass wir aus der Starre in die Bewegung kommen
  •     dass die Miesepeter anfangen zu jubeln
  •     dass die Verstummten ihre Sprache wieder finden

 

Wie geht es mir mit dem Warten?

  • Kann ich gut warten? ... mich der Vorfreude hingeben? ... die Ungewissheit aushalten? ... auf etwas sparen?
  • Oder tue ich mich schwer mit dem Warten? Bin ich schnell ungeduldig?  Will ich meine Wünsche immer gleich erfüllen? ... das bestellte Päckchen schon am nächsten Tag empfangen?
  • Und welche Hoffnung trägt mich durch die Ungewissheit? Woraus kann ich Zuversicht schöpfen?

 

Adventliche Hoffnung: Das will ich sehen ...

 

Die Rapperin Sabrina Setlur hat die Hoffnungen ihrer Erwartungen, die sich aus dem biblischen Buch Jesaja speisen, vor einigen Jahren in einem Song besungen, den Sie hier finden.

 

Allen wünsche ich eine schöne zweite Adventswoche!

Regina Soot aus der Hof-Mitte